Individuelle Förderung und Inklusion

Inklusion

Die neue Gesamtschule unterstützt die Grundidee von Inklusion, jeden Menschen als einmaligen und wertvollen Teil der Gesellschaft zu betrachten. Zur Verwirklichung dieses Ziels gilt es insbesondere, sich den Belangen von Menschen mit Beeinträchtigungen und Menschen mit Migrationshintergrund zu widmen. Die Gesamtschule eröffnet allen Kindern und Jugendlichen Entwicklungs- und Bildungschancen durch ganzheitliche und individuelle Förderung.

Hierzu gehört insbesondere die Sprachförderung in allen Fächern,da Fachlernen und Sprachlernen untrennbar miteinander verbunden sind. Durchgängige Sprachbildung verfolgt den Aufbau bildungssprachlicher Kompetenzen über Klassen- und Schulstufen hinweg, mit dem Ziel, das Sprachbewusstsein der Schülerinnen und Schüler so zu erweitern, dass sie die sprachlichen Anforderungen der einzelnen Fächer bewältigen können.

Aber auch neue Fächer wie Lernbüros und das Projekt Lernen lernen (PLL) sowie Tutorenstunden, die in den Alltag der Schüler*innen intergiert sind und feste Bestanteile unseres Schulalltages. Weiter Infos hier zu siehe unten.


Lernbüros

In der neuen Gesamtschule wird die Hausarbeit zur Schularbeit

In den Lernbüros erarbeiten Schüler*innen Themen in den Fächern Englisch, Deutsch und Mathematik in Teams. Die herkömmlichen Klassen und ebenso die Schulstunden weichen dabei einer anderen Organisationsform, den Lernbüros. Die Lehrer*innen der neuen Gesamtschule stellen hier die Lernmittel der zu erlernenden Themen bereit, aber die Schüler*innen organisieren sich selbst.

Es muss eher das ganze Konzept in Frage gestellt werden, weil wir in einer Zeit leben, in der sich unser Wissen rasant weiterentwickelt. Daher sollen die Schüler*innen das Lernen lernen. Sie müssen die Begabungen eines Menschen fordern und fördern, statt einfach nur die Festplatte in seinem Kopf mit Wissen zu füllen.

Dieser Auffassung folgt das Konzept der neuen Gesamtschule und möchte ein flexibleres Lernen durch die Einrichtung von sogenannten Lernbüros erreichen.

Tutorenstunden an der neuen Gesamtschule

Für den Erfolg eines solchen Tutor*innenprogramms sprechen wieder die Erfahrungen, die mit dem Kooperativen Lernen bisher gemacht wurden. Dabei ist es erwiesen, dass eine reine Rezeption nur bedingt zum Erfolg führt. Ein nachhaltiger Erfolg ist am ehesten gewährleistet, wenn das Gelernte unmittelbar angewendet und genutzt wird. Somit stellt sich erwiesenermaßen im Rahmen eines Tutor*innenprogramms nicht nur ein Lernerfolg bei der Schülerin oder dem Schüler ein, der gefördert werden soll, sondern auch bei den Tutor*innen selber.

Sowohl die Lernbüros, als auch das Tutor*innenprogramm sollen an der neuen Gesamtschule dazu dienen, dass die Schüler*innen sich zu selbstständig Lernenden entwickeln, die für sich und andere Verantwortung übernehmen.

Kooperative und allgemeine Lern- und Arbeitsformen (KoaLA)

»Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.« (Galileo Galilei)

 

Schüler*innen sind für uns Selbstlerner*innen und Konstrukteur*innen ihres eigenen Wissens, deswegen richten wir ein besonderes Augenmerk auf das „Lernen lernen“.

Die Bausteine des selbstorganisierten Lernens werden an der Gesamtschule am Berliner Ring vielfältig sein. Unter anderem sollen unsere Schüler*innen ihren Arbeitsplatz selber gestalten, Fragen stellen, sich Hilfe selbstständig holen, Stichpunkte notieren, Informationen aus Schaubildern entnehmen, Fehler selbst und ehrlich finden, Wiederholung als wichtige Lernhilfe erleben und erkennen oder Kontrolle und Feedback als hilfreiche Mittel nutzen.[1]

Der unterschiedlichen Konstruktion von Welt und dem unterschiedlich konstruierten Vor-Wissen unserer Schüler*innen soll hier Raum gegeben werden. Es geht darum, neue Lerninhalte in die bestehenden Konstruktionen von Welt der individuellen Lerner*innen einzufügen. Bei uns sollen Lernprozesse so gestaltet werden, dass die Eigentätigkeit der Lernenden fächerübergreifend gefördert wird. Unsere Schüler*innen sollen dazu befähigt werden, Neues mit Altem zu verknüpfen, sie sollen Zusammenhänge oder Probleme selbstständig erkennen. Damit dies möglich ist, muss das alte Wissenstets erinnert und verwertet werden. Es muss verfestigt, eingeübt und rekonstruiert werden, bevor man anfängt, mit dem neuen Wissen zu arbeiten.[2]

Schüler*innen lernen somit jeweils anders. Daher ist es wichtig, dass an unserer Schule nicht nur Inhalte vermittelt werden, sondern auch Methoden und Lernstrategien, damit unsere Schüler*innen ihre Schullaufbahn individuell erfolgreich gestalten können. Verantwortung übernehmen, Teamfähigkeit, entdeckendes Lernen oder Unterstützung des Selbstwertgefühls sind dabei Schlüsselbegriffe.[3]

An unserer Schule steht damit das „Lernen lernen“ in enger Verbindung mit dem Kooperativen Lernen. Es wird nicht isoliert behandelt, sondern wird entsprechend in den Unterricht der einzelnen Fächer eingebaut.

 


[2]Reich, K. (Hg.): Methodenpool. In: url: methodenpool.uni-koeln.de. 2003 ff. Zuletzt eingesehen am 04.12.2018.

[3] Green, Norm & Kathy Green.  Kooperatives Lernen im Klassenraum und im Kollegium. S. 63 ff.

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